Vom Jakobsweg zum Ironman. Deutscher Ironman zeigt soziales Engagement.

Philipp Keckes, den wir im Oktober 2014 auf dem Jakobsweg kennengelernt haben, hat sich spontan bereit erklärt seinen „Ironman“ in Klagenfurt im Juni 2015 einen weiteren Sinn zu geben. Er unterstützt die Organisation „Rucksack Coach Lulu gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)“ und hilft damit Helfern und Kinder in Not. Denn auch der stärkste Helfer braucht manchmal Unterstützung.

 

Ponferrada, Spanien im Oktober 2014:

In der öffentlichen Herberge spricht mich ein junger Mann an: „Du läufst wirklich den Jakobsweg alleine mit deiner Tochter?“ Philipp aus Konstanz  28 Jahre alt war schon seit Wochen auf dem Jakobsweg unterwegs. Wir dagegen waren am Anfang unseres 200 km langen Weges. Philipp hatte doppelt soviel Gepäck wie wir auf dem Rücken und lief täglich doppelt so viele Kilometer, wie ich geplant hatte. Mit ca. 40 km am Tag, war dies schon eine gute Vorbereitung auf seinen kommenden Ironman im folgenden Juni.

Am Abend verabschiedete ich mich mit den Worten: „Wenn alles gut läuft und du dein Tempo halten kannst, werden wir uns wohl nicht mehr treffen auf dem Camino.“

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Malia auf den Schultern von Ironman Philipp

 

Doch am nächsten Morgen liefen wir viele Kilometer gemeinsam in einer kleinen Gruppe. Philipp trug Malia eine Weile auf seinen Schultern und versprach unseren gemeinnützigen Zweck Rucksack Coach zu unterstützen.

Und dann trennten sich unsere Wege. Knapp zwei Wochen später, nach vielen Tagen Regen und Sturm erreichten wir Santiago de Compostela. Am Abend besuchten wir die Pilgermesse in der Kathendrale und trafen dort auf Philipp. Wir beteten gemeinsam am Grab des Apostels Jakobus, dem Ziel des Jakobweges.

Philipp, der Santiago schon viel eher erreicht hatte, war zwischenzeitlich bereits nach Finesterre gelaufen, dies war sein letzter Abend in Santiago de Compostela. Es war einer dieser besonderen Momente auf dem ‚Camino‘. Wir teilten unseren ersten Abend auf dem Camino in Ponferrada und Philipps letzten in Santiago de Compostela.

7 Monate später lief Philipp seinen Ironman in Klagenfurt Österreich!!!

Er gab seinem Ironman einen zusätzlichen Sinn indem er sich für eine guten Zweck engagierte und Freunde und Familie, bat für Rucksack Coach zu spenden.

Vielen Dank Philipp für Dein Engagement. Du bist ein Ironman!!

 

Ironman Philipp berichtet:
Zusammen mit 3000 Athleten aus über 60 Ländern startete ich am 28.Juni beim IRONMAN Austria 2015 in Klagenfurt.
Die Rahmenbedingungen an diesem Tag waren nahezu perfekt. Wenig Wind, Sonne, leichte Bewölkung und angenehme Temperaturen von ca. 27 Grad waren vorausgesagt worden.
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Zuerst mussten 3,86 km im angenehm warmen Wörthersee geschwommen werden. Nach dem Schwimmen ging es in die erste Wechselzone, wo mein Fahrrad stand.
Dann begann das 180,2 km lange Einzelzeitfahren über zwei Runden mit etwa 1600 Höhenmetern.
Die Radstrecke war super, vor allem am Wörthersee und mit der herrlichen Bergkulisse der Karawanken im Hintergrund. Teilweise war an den Berganstiegen eine Stimmung wie bei den Bergetappen der Tour de France. Gesamt waren ca. 100.000 Zuschauer an der Strecke.
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Nach ca. 7 Stunden Gesamtzeit war ich dann wieder zurück in der Wechselzone. Nun musste nur noch ein Marathon gelaufen werden
Der Marathon führte in zwei Runden am See und durch die Innenstadt von Klagenfurt entlang.
Die erste Hälfte des Marathons lief erstaunlich gut.
Ab Kilometer 30 wurde es dann aber sehr anstrengend und die Beine schmerzten. Ab da war es nur noch der Wille der mich weiter laufen ließ.
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Ich kam dem Ziel immer näher und näher. Die letzten Meter im Zielkanal nahm ich nur noch im Tunnelblick war.
Nach genau 11 Stunden und 55 Sekunden überquerte ich als 57er meiner Altersklasse die Ziellinie und der Moderator rief ins Mikrofon: „Philipp, you are an IRONMAN!“. Jetzt war der lange Tag vorbei.
Philipp, you are an IRONMAN

Philipp, you are an IRONMAN

Das Finishen eines IRONMAN ist ziemlich emotional und unbeschreiblich cool. IRONMAN ist eben nicht nur irgendein Triathlon.
Ich bin froh, dass das ganze Training der letzten Monate nicht umsonst war. Etwa 70 km war ich in der Vorbereitung geschwommen, habe mehr als 4000 km Radtraining absolviert und bin mehr als 1000 km gelaufen. Auch ein Trainingsunfall im April hatte zum Glück keine weiteren negativen Folgen.
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Teilweise trainierte ich neben meinem Vollzeitberuf mehr als 20 Stunden in der Woche.
Vor dem Rennen habe ich Verwandten und Freunden von eurem Projekt erzählt und die Zusage erhalten, bei erfolgreichem Finishen Spenden dafür zu erhalten. Das hat mich natürlich zusätzlich motiviert!
Ironman supporting Rucksack Coach

Ironman supporting Rucksack Coach

Es hat mich gefreut, dass mein IRONMAN für euer Projekt hilfreich sein konnte und ein paar Euro an Spenden zusammengekommen sind.
Wenn auch du spenden möchtest, so kannst du das hier tun: Hier Spenden!

Translation: Englisch

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