Hilfsorganisation mit Kind – Höhen und Tiefen

Auch wenn ich schon lange keinen Bericht mehr veröffentlicht habe, werden die Spaltfamilien auf den Philippinen weiterhin betreut. Meine Arbeit setzt auf Nachhaltigkeit, d.h. es geht darum wie die Familien nachhaltige Unterstützung erhalten und dabei gleichzeitig in ihrer Eigeninitiative gefördert werden.

11 Operationen habe ich persönlich begleitet, viele weitere vermittelt, es gab Starthilfe in die Selbstständigkeit, Coachings in unterschiedlichsten Bereichen. Vieles hat funktioniert anderes nicht. Immer wieder sind wir an unsere Grenzen gestossen und musste die Richtung ändern. Es gab Tränen, Frust und Freude gleichermaßen.

Zwei Jahre bin ich nun schon mit meiner fast 5 jährigen Tochter im Einsatz. Wir konnten viel bewegen, haben so viel erlebt, gelernt und unseren Horizont unumkehrbar erweitert. Das Mitgefühl das meine kleine Tochter den Menschen unterwegs entgegenbringt ohne sich dabei selbst zu verlieren ist berührend und bewundernswert. Wir lernen täglich einfach dadurch dass ich offen bin für das mir Unbekannte. Meine Tochter ist es eh.


Bilder von 2014 bis 2016 Rucksack Coach im Einsatz: 


Wie finanziert Ihr Euch?

Gestartet mit ich mit Rücklagen, die fürs Alter gedacht waren. Wir haben unser Geld geteilt und für die eingesetzt, die in Not waren. Unsere eigenen Kosten habe ich durch einen verhältnismäßig bescheidenen Lebensstil gering gehalten. Oftmals haben wir einfache Unterkunft und Verpflegung gestellt bekommen.

Durch Online Projekte und eBooks baue ich uns weitere Einnahmequellen auf. Der große Durchbruch über Nacht, der zur finanziellen Unabhängigkeit führt, hat sich noch nicht eingestellt. Was wir jedoch von Tag 1 bereits leben ist unsere persönliche Unabhängigkeit. Jeden Tag durchbrechen wir unsere Komfortzone aufs Neue und werden dadurch mit mehr Freiheit beschenkt.


Wie werdet Ihr unterstützt?

Es gibt ein Spendenkonto auf das immer mal wieder ein paar Euro eingehen. Alle Spenden werden ausschließlich für die Projekte von RucksackCoach verwendet. Kein einziger Cent fließt davon in private Zwecke, nein davon wird auch nicht mal ein Eis oder so gekauft. Dahinter steht ein immenser buchhalterischer Aufwand, den ich regelmäßig abarbeite.

Vor kurzem habe ich einen Post gesehen, bei dem ich laut lachen musste: „Wenn ich sterbe, möchte ich dass die Menschen mit denen ich Projekte betreut habe, meinen Sarg herablassen, so dass sie mich ein letztes Mal hängen lassen können.“

Ein großer Irrtum ist, zu erwarten, dass Freunde und Familie einen tatkräftig unterstützen. Nein, auch sie leben ihr Leben weiter und haben andere Prioritäten. Mein Leben war die letzten zwei Jahre auf die Unterstützung von Menschen in einer Notsituation ausgerichtet. Ich hatte immer wieder Unterstützer, auch viele neue Menschen, die in unser Leben traten und unterstützen wollten. Viele leisteten wunderbare Arbeit und dafür bin ich sehr dankbar.

Oft wurde ich aber auch hängen gelassen. Ich kann jede Menge Geschichten erzählen von Menschen, die zunächst euphorisch unterstützen wollten, Pläne wurden geschmiedet und dann sind sie klamm heimlich verschwunden. Manche teilten mir nicht einmal mit, dass sie nicht mehr weitermachen wollen. Sie waren einfach weg.

Es gab auch welche die sich mit meiner Arbeit schmückten und die gesammelten Spenden dann in die eigene Tasche steckten. An einer Aufklärung war kaum einer interessiert. Es gab welche die mich kurz vor einem großen Projekt haben stehen lassen. Gleich zu Beginn stand ich bei einem meiner ersten Vorträge plötzlich ohne Babysitter da, der hatte kurzfristig abgesagt. Es gab Leute die über ein Jahr lang Spenden versprochen hatten, doch ihren Worten niemals Taten folgen ließen. Ausrüstung wurde versprochen, die jedoch nie eintraf. Eine Bank versprach eine sehr große Summe über einen Zeitraum von 3 Jahren zu spenden. Oh habe ich mich gefreut, habe einen persönlichen Dankesbrief verfasst und Zeit investiert und dann verstrich die Zeit immer mehr und nichts kam.

Ja das alles kann passieren und doch konzentriere ich mich lieber auf das was wir erreicht haben. und auf die, die unterstützt haben.


Was habe ich daraus gelernt?

  • Ich habe gelernt wie fatal es sein kann, wenn Erwartungen geweckt, Hoffnungen geschürt und dann nicht eingehalten werden. Daher achte ich sehr darauf, dass ich in den Menschen die ich unterstütze keine falschen Erwartungen wecke.

 

  • Wenn Du spenden möchtest ist das wunderbar. Spende weil es sich für DICH richtig anfühlt. Nicht weil Du mir einen Gefallen tun willst. Du spendest nicht an MICH, sondern für den jeweiligen Zweck.

 

  • Wenn Du spenden oder eine Spendenaktion ausrichten möchtest, ist das super. Bitte erwarte nicht, dass ich Dir Dankesbriefe schreibe oder Werbung für Dich mache- bevor Du tätig wirst. Zu oft bin ich danach hängen gelassen worden und habe nun daraus gelernt.

 

  • Spendensammeln ist harte Arbeit. Ich komme mir dabei wie ein Bittsteller vor. Daher konzentriere ich mich auf andere Projekte wie z.B. den Online Kongress den ich organisiere. Die Einnahmen fließen direkt in die Hilfsorganisation um weiteren Menschen zu helfen. Hier der Link zu dem Online Kongress: Online Summit Roots Wings Love

 

  • Erwartungen zurückschrauben. Keine Rechtfertigungen mehr. Es ist mein Weg und nicht alle meine Freunde müssen ihn mit mir gehen.

Andrea im Einsatz

Im  April 2015 flog meine Freundin Andrea, gemeinsam mit ihren Kindern Hannah (meinem Patenkind) und Finn zu uns auf die Philippinen um bei Rucksack Coach zu voluntieren. Andrea hat Rucksack Coach von Beginn an finanziell unterstützt und wollte auch immer persönlich anpacken. Nach eineinhalb Jahren setzte sie ihren Vorsatz um. Sie war so berührt von den Schicksalen der Cleft Friends (Familien mit Spaltkindern), dass sie auch nach ihrer Rückkehr in Deutschland weitermachte und kräftig Spenden sammelte. Auch sie hat erlebt wie hart das sein kann. Sie hat Freunde direkt angesprochen und diverse Spendenaktionen auf die Beine gestellt. Sie hat viele Unterstützer gefunden und doch sehr viel im Alleingang stemmen müssen, wenn plötzlich die Helfer für eine Spendenaktion ausfielen. Sie hat Marmelade gekocht, Kräutersalz erstellt, Smoothies gemixt, Tücher verkauft, Yoga Stunden gegen Spenden abgehalten und vieles mehr. In knapp 6 Monaten hat Andrea 5.236,96 Euro an Rucksack Coach weitergeleitet. Vielen Dank Andrea für Dein unermüdliches Engagement. ( Andrea’s Volunteers Bericht ). Dadurch konnten die Spaltfamilien auf dem Weg zur Operation, sowie während dessen und danach unterstützt werden. Schulmaterial und Gebühren für 10 Kinder wurde übernommen.


Wofür wird aktuell Unterstützung benötigt

Weiterhin unterstützen wir Spaltkinder und Geschwisterkinder dabei zur Schule gehen zu können. Norlita, die Mama von Spaltkind Charly, braucht extra Unterstützung. Im April habe ich ihr und drei ihrer Kinder den Transport nach Manila zum Krankenhaus gezahlt, sowie die Unterkunft für die Geschwister von Charly übernommen. (Kosten für Spaltkind plus eine Begleitperson wird von der dortigen Organisation übernommen.)

Norlita ist Witwe und hat keine Unterstützung von ihrer Familie. Ich konnte es nicht verantworten, dass sie ihre 9jährige Tochter und ihren 3jährigen Sohn ohne richtige Betreuung zurück lässt. Daher hat Rucksack Coach diese Kosten übernommen.

In Manila hat sich herausgestellt, dass alle drei Kinder unter Tuberkulose leiden. Charly konnte daher nicht operiert werden. Seine Folgeoperation (Die Lippenspalte wurde im Mai 2015 geschlossen und die Gaumenspalte soll als nächstes geschlossen werden.) musste abgesagt werden. Erst wenn die Tuberkulose ausgeheilt ist, kann die Operation geplant werden. Norlita war zu diesem Zeitpunkt überfordert mit ihren Kindern. In speziellen Familien-Coachings wurde eine Annährung erreicht. Die Tuberkulose mußte medizinisch versorgt werden mit täglicher 3 facher Medikamentengabe für mindestens 6 Monate.

Das Problem: Norlita arbeitet täglich gut 12 Stunden für einen Hungerlohn von 1.60Euro pro Tag, der selbst auf den Philippinen nicht ausreicht um eine 5 köpfige Familie zu ernähren.

Der Ansatz: Norlita soll monatlich finanziell unterstützt werden, so dass sie für mindestens 6 Monate ihre Kinder zu Hause versorgen und gesund pflegen kann. Da Norlita nie gelernt hatte mit Geld umzugehen und es üblich ist, das Wenige was man hat zu teilen, musste ich kreativ werden, damit die finanzielle Unterstützung nicht zu einem Fass ohne Boden wird. Norlita sollte wöchentlich einen Betrag erhalten, nachdem sie eine Aufstellung aller Ausgaben der vorherigen Woche per SMS gesandt hat. Da Norlita weder ein Smartphone besitzt noch über Elektrizität verfügt, mussten wir auch mit der Berichterstattung kreativ werden. Ja, Norlita hat weder Strom noch fließendes Wasser in ihrer nicht mal 10qm großen Hütte. ( Norlita and Charly ).

Spenden fur Norlita’s Unterstützung kannst Du hier:

HIER spenden!


Was kannst Du tun?

  • Du kannst Dich persönlich engagieren und eine Spendenaktion ins Leben rufen: Waffeln backen mit Deiner Schulklasse, einen Spenden-Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt, ein Benefiz-Konzert- sei kreativ.
  • Spenden statt schenken: Erstelle eine Aktion auf betterplace zu Gunsten von Rucksack Coach. (An meinem 35. Geburtstag kamen so mehr als 600Euro Spenden zusammen)
  • Du hast keine Zeit, willst aber trotzdem spenden? Dann tu das bitte hier: Spenden.  Spendenbescheinigungen werden ausgestellt, setzt dazu den entsprechenden Haken.
  • Du hast kein Geld, willst aber trotzdem helfen?  Ob Organisation, Webseite, Buchführung, Spendensammeln und mehr, es gibt immer was zu tun. Schreibe mir eine email mit Deinen Ideen: rucksackcoach@gmail.com

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